Wie schreibe ich eine Seminararbeit?

Wie beginne ich mit dem Schreiben einer Seminararbeit?

In einem Lebensabschnitt ist das Phänomen des Aufschiebens besonders häufig vertreten: während des Studiums. Der Plan ist längst klar, das Thema steht und auch Ihr Betreuer hat alles bereits abgesegnet. Doch wieso fangen Sie nun nicht einfach an? Es ist die Prokrastination, die seit Jahrhunderten für Ärger sorgt und vor allem eines verspricht – eine ausgeprägte Bremswirkung. „Das Verschieben und Aufschieben von anstehenden Aufgaben“ (vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Prokrastination) haben vielleicht auch Sie im Laufe Ihres Studiums perfektioniert: Stifte spitzen, den Schreibtisch aufräumen, Unterlagen sortieren, E-Mails beantworten – all das kann plötzlich unglaublich wichtig werden, wenn das Schreiben einer Arbeit ansteht.

Machen Sie sich nichts vor, sondern bringen Sie es hinter sich. Denn dieses Ver- und Aufschieben bewirkt vor allem eines: die Verschwendung Ihrer wertvollen Freizeit, die Sie auch ohne Bauchschmerzen und schlechtes Gewissen verbringen könnten. Wenn Sie nichts tun – weder schreiben noch das Leben genießen – verschwenden Sie wertvolle Zeit.

5 Tipps, die Ihnen beim Schreiben helfen:

1) Bringen Sie sich in den richtigen Modus

Die ersten Schritte sind meist die schwersten. Zu Beginn des Schreibprozesses ist der Wunsch, sich abzulenken, in der Regel am größten. Überwinden Sie diese Hürde, indem Sie zunächst ein Buch lesen. Hierbei können Sie je nach Präferenz zunächst eine halbe Stunde einen nicht-wissenschaftlichen Text auswählen, daraufhin eine weitere halbe Stunde in fachwissenschaftliche Gefilde vordringen. So gewöhnen Sie sich an die geistige Arbeit und gleiten unbemerkt in die Konzentrationsphase über.

2) Gönnen Sie sich eine Pause zum Nachdenken

Literaturrecherche bildet die Grundlage jeder Arbeit. Gleichzeitig kann sie schnell zu einer großen Gefahr werden. Verlaufen Sie sich nicht gleich zu Beginn in den unendlichen Weiten der Forschungsliteratur, sondern verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick. Versuchen Sie, Standardwerke zu ermitteln, und begrenzen Sie den zeitlichen Rahmen hierfür. Lesen Sie sich (je nach Vorwissen) zunächst 1 bis 3 Stunden ein und versuchen Sie dabei, die erhaltenen Informationen mit Ihrer Forschungsfrage zu verknüpfen.

Tipp: Standardwerke sind nicht immer leicht zu finden. Helfen können angesehene Forschungsportale Ihrer Fachdisziplin, die beispielsweise Rezensionen von Aufsätzen oder Literaturlisten anbieten. Werden Sie hier nicht fündig, so achten Sie darauf, welche Werke in den Literaturangaben verschiedener Aufsätze bzw. Bücher auftreten. Sinnvoll ist es ebenso, wissenschaftliche Arbeiten – vornehmlich Dissertationen – aus verwandten Themenbereichen zu durchsuchen. Diese enthalten häufig ausführliche Auseinandersetzungen mit aktuellen Forschungstendenzen.

3) Schreiben Sie gleich zu Beginn

Sie haben bereits ein Thema gewählt, Forschungsfragen formuliert, ein wenig in der Literatur gelesen und sich bestenfalls Gedanken über Ihre Arbeit gemacht. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, Ihre Gedanken festzuhalten. Auch wenn Ihre Ideen noch sehr vage und unausgereift sind – schreiben Sie direkt los! Stellen Sie sich dabei vor, Sie würden Ihre Arbeit zusammenfassen oder einen kurzen Artikel darüber schreiben – zwei Seiten reichen völlig aus. Dies wird Ihnen dabei helfen, Ihre Ideen zu sortieren. Gleichzeitig können Sie dieses Paper/Abstract im Verlauf Ihrer Arbeit immer wieder zur Hand nehmen und sich erneut inspirieren lassen, auch für die Einleitung und den Schluss können Sie es erneut heranziehen. Selbst wenn Ihre Ideen keinesfalls ausgereift oder fundiert sind – auf diese Weise überwinden Sie Ihre Schreibblockade.

4) Skizzieren Sie Ihre Gliederung

Auch wenn Sie Ihren Plan während der Bearbeitungsphase immer wieder umwerfen werden: Schreiben Sie Ihre Gliederung. Versuchen Sie sich an der Strukturierung Ihrer Ideen, bringen Sie diese in eine sinnvolle Reihenfolge und überlegen Sie sich so, wie Sie vorgehen werden. Wenn Sie gleich zu Beginn gedankliche Einheiten schaffen, können Sie später wesentlich leichter Literatur suchen und einpflegen. Vermutlich werden Sie Ihre Gliederung zwar immer wieder verändern, doch es wird Ihnen leichter fallen, umzustrukturieren, statt ohne Struktur zu beginnen.

5) Bringen Sie das Lesen und Schreiben zusammen

Erst zu lesen und am Ende eines ausführlichen Rechercheprozesses zu schreiben, kann zwar eine ausgesprochen gründliche Arbeit bedeuten, doch diese Vorgehensweise birgt die Gefahr, dass Sie kein Ende finden und schließlich unter einem Berg von Informationen verzweifeln. Die Hürde, mit dem Schreiben zu beginnen, wird auf diese Weise immer größer. Effektiver ist es, wenn Sie die Informationen, die Sie für die Beantwortung Ihrer Fragestellung als relevant erachten, unmittelbar in Ihre Arbeit einpflegen. Später können Sie immer noch Textpassagen streichen, versetzen oder umformulieren.

Tipp: Seien Sie peinlich genau bei der Angabe Ihrer Quellen und Literatur. Prüfen Sie immer wieder, ob Sie diese direkt notiert haben. Am Ende einer Arbeit festzustellen, dass Angaben vergessen wurden, ist wahnsinnig ärgerlich und extrem zeitraubend.

 

 

 

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